FÜR WEN IST PLATZ IN MEID­LING?

Der öffentliche Raum ist unfair aufgeteilt. Das zentrale Anliegen von Platz für Wien: Viel zu viele Autos verstellen unnötig wertvolle Flächen. Diese Flächen könnten einen wichtigen Beitrag für mehr Lebensqualität leisten, wenn stattdessen Bäume gepflanzt werden und mehr Platz für Fussgeher:innen und Radfahrer:innen freigegeben wird.

Der Wiener Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner letzten Sitzung sämtliche Bezirksvorsteher:innen aufgefordert, Stellung zu den Forderungen von Platz für Wien zu beziehen. Sie sollten dabei darauf eingehen, wie sich die Situation auf Bezirksebene darstellt und welche konkreten Maßnahmen sie bislang in ihrem Wirkungsbereich gesetzt haben.  
Neben den üblichen Ausflüchten, sorgt das abschließende Resümee des Meidlinger Bezirksvorstehers in seiner Stellungnahme für Kopfschütteln: „In der praktischen Umsetzung treten jedoch immer wieder klassische Zielkonflikte (zB.: Baum pflanzen oder Rad fahren gegen die Einbahn; Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs oder weitere Querungsmöglichkeiten) auf, die unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen beurteilt werden müssen.“ 

PARKPLÄTZE UNANTASTBAR?

Mit seiner Aussage legt der Bezirksvorsteher nahe, den Platzbedarf des Autoverkehrs als naturgegeben anzusehen. Parkplätze und breite Fahrbahnen sind scheinbar unantastbar, wenn man – wie es der Bezirksvorsteher getan hat – von einem ausschließlichen Zielkonflikt zwischen Begrünungsmaßnahmen, Fußgeher:innen, Öffentlichem Nahverkehr und Radfahrer:innen ausgeht. 

Die Petition „Platz für Wien“ stellt 18 konkrete Forderungen an die Stadt und ihre 23 Bezirksvorsteher:innen. Forderungen, mit denen die Neuverteilung des öffentlichen Raumes zugunsten von Fußgänger:innen und Radfahrer:innen gelingen soll. Gleichzeitig soll mit diesen Maßnahmen Platz für zusätzliche Baumpflanzungen und Begrünungsmaßnahmen geschaffen werden. 

SANFTE MOBILITÄT IST DER SCHLÜSSEL FÜR EINEN ERFOLGREICHEN KAMPF GEGEN DIE KLIMAKRISE

„Die Treibhausgase aus dem Verkehrsbereich zählen zu den größten Umweltbelastungen in Wien. Unzeitgemäße Verkehrspolitik beeinträchtigt darüber hinaus unsere Sicherheit und Lebensqualität: Zwei Drittel des Straßenraums stehen dem Autoverkehr zur Verfügung, obwohl nur ein Drittel der Einwohner:innen ein Auto besitzt.“ So Platz für Wien in der Begründung der Petition.

ZIELKONFLIKT LEBENSQUALITÄT VERSUS MOBILITÄT

In Meidling scheint der Mut zu fehlen beherzt Maßnahmen zugunsten von mehr Bäumen und Grünraum, Radfahrer:innen und Fußgeher:innen zu setzen. Dabei würden die Menschen im Bezirk ganz stark davon profitieren, denn ihre Lebensqualität würde sich dadurch enorm verbessern. Wird der motorisierte Verkehr ausgebremst, nutzt es der Natur und den Menschen gleichermaßen.

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