Schluss mit der Pflanzerei, her mit den Bäumen!
Warum Meidling statt der „AG Neue Bäume“ endlich eine richtige Baumoffensive braucht
Bäume und Grünflächen verschönern nicht nur das Stadtbild, sie haben auch wichtige Funktionen: Sie verbessern die Luftqualität erheblich, haben wichtige Kühlungseffekte in Hitzesommern und bringen eine höhere Aufenthaltsqualität fürs Grätzl. Das gilt ganz besonders in Meidling, wo vor allem in Gaudenzdorf, Ober- und Untermeidling versiegelte Flächen dominieren. Eigentlich sollte allen klar sein, dass es mehr Bäume braucht, und die SPÖ spricht gerne über Baumpflanzungen in Meidling. Aber:
Liebe SPÖ, Keine halben Sachen mehr!
Während der letzten Legislaturperiode dachten wir, mit der „Arbeitsgruppe neue Bäume für Meidling“ einen echten Erfolg erzielt zu haben – man wollte fraktionsübergreifend nach Standorten für neue Bäume suchen und tat das wohl auch. Aber nur kurz. Seit 2020 gab es dazu keinerlei Aktivitäten mehr – der Tagesordnungspunkt wurde im Umweltausschuss übersprungen oder überhaupt fallengelassen. Per Antrag Baumpflanzungen zu fordern wurde uns untersagt, ein zaghafter Versuch wurde von praktisch allen Fraktionen abgelehnt. Also haben wir es im Umweltausschuss weiter versucht: Wir von den Grünen Meidling waren die EINZIGE Fraktion, die regelmäßig Vorschläge einbrachte: eine ganze Liste mit Straßenzügen, die uns geeignet schien. Diese Liste verschwand manchmal monatelang in Schubladen. Jedem Prüfergebnis durchs Stadtgartenamt (MA 42) mussten wir nachlaufen. Ende 2024 wurde uns schließlich gesagt, man müsse alle Standorte neu prüfen, weil sich ja das Baumschutzgesetz geändert habe und Bäume nun näher an Einbauten (=Gas- und Stromleitungen, etc.) gepflanzt werden dürften. Das ist zwar an sich eine gute Nachricht, gleichzeitig bedeutet es aber, dass man uns bis zur Wahl keine Ergebnisse mehr schuldet und die Liste nach der Wahl als gegenstandslos betrachten wird.
Und deshalb sagen wir klipp und klar: So kann es nicht weitergehen!
Wir fordern eine Baumoffensive: Neue Bäume für jede Straße
Und zwar durch eine Baumpotenzialanalyse. Das heißt, dass der ganze Bezirk fachkundig und transparent auf mögliche neue Standorte geprüft werden soll. Diese offizielle und für alle Fraktionen einsehbare Liste dient dann als Grundlage für alle Neu- und Ersatzpflanzungen.
Wie bitter nötig Fakten sind, zeigt auch unsere Auswertung des Baumkatasters, also der offiziellen Datenbank der Stadt Wien, wo alle Bäume mit Standort, Art, Alter, usw. hinterlegt sind. Eigentlich müssten jedes Jahr mehr Bäume gepflanzt werden. In Meidling aber sind die Zahlen sogar rückläufig!

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass diese Zahlen auch Ersatzpflanzungen beinhalten, also Jungbäume die als Ersatz für gefällte alte Bäume gepflanzt wurden, sieht es mit neuen Bäumen überhaupt traurig aus! Im Schnitt werden pro Jahr 50-100 Bäume auf öffentlichem Grund in Meidling gefällt, d.h. mindestens ebensoviele sind keine neuen Bäume!
Übrigens: Der Ausreißer 2021 entstand durch die Pflanzungen in der neuen Siedlung Wildgarten, auf die mehr als die Hälfte der 243 neuen Bäume entfielen. Auch 2022 und 2023 gab es viele Pflanzungen auf Neubaugebiete und Parks. Soll heißen: an der Hitze in den dichtbesiedelten Grätzln ändert sich dadurch leider nur wenig.
Hinweis aus Gründen der Fairness: 2022 wurden ca. 30 Bäume auf der Meidlinger Seite der Atzgersdorfer Straße gepflanzt, laut Kataster stehen sie aber in Hietzing, daher sind sie hier nicht enthalten. Ihre Wirkung entfalten sie natürlich auch für Meidling.
Bessere Pflege – denn ständig neu pflanzen kostet richtig viel Geld
Viele Bäume mussten gefällt werden, weil sie durch mangelhafte Pflege eingegangen sind. Darum haben wir im Dezember 2024 die bessere Pflege von Meidlings Bäumen gefordert. (Hier könnt Ihr den Bericht von dieser Bezirksvertretungssitzung nachlesen.) Die SPÖ hat daraufhin einen Vertreter der MA 42 in den Umweltausschuss eingeladen, der auf unsere Forderungen im Detail eingegangen ist und Verbesserungen versprochen hat. Dieser Antrag verfällt aber jetzt mit der Wahl. Fix ist aber – wir bleiben dran: Wir werden genau beobachten, was sich bei der Baumpflege tut und falls nötig weitere Verbesserungen fordern!
Hier eine interaktive Karte mit unseren grünen Forderungen und grünen Erfolgen!
Entsiegeln, ja bitte!
Wenn Flächen entsiegelt werden, kann Regen wieder in den Boden einsickern, anstatt oberflächlich abzufließen und Überschwemmungen zu verursachen. Es entstehen neue Grünflächen, die die Luft kühlen und die Stadt lebenswerter machen. Es mag keine riesigen Industrieruinen und dergleichen in Meidling geben, aber Entsiegelung ist auch im kleinen Maßstab sinnvoll, denn dann haben die Bäume mehr Platz zum Wachsen (die Krone wird nur etwa so groß wie die Wurzeln). So geschehen bei den Baumscheiben in der Erlgasse, warum nicht auch z.B. bei den vielen einzelnen Baumscheiben am Migazziplatz?

Beispiel Arndtstraße: nur mut, Meidling!
Mit mehr Mut wäre so viel möglich. Nicht nur in der Arndtstraße in Gaudenzdorf, wo laufend nachverdichtet wird und der Platz im öffentlichen Raum knapp – und im Sommer drückend heiß – wird. Sondern auch in Ober- und Untermeidling! Schau dir hier an, wie unsere Vision von Meidling Morgen aussieht:

