Bezirke
Navigation:
am 6. September

Der Stadtwald “An den Eisteichen“ muss erhalten bleiben!

Tanja Grossauer-Ristl, Thomas Schobesberger - Fragen und Antworten rund um den Stadtwald „An den Eisteichen“

Bereits 2005 haben sich die Grünen Meidling erfolgreich für den Erhalt des Stadtwaldes eingesetzt. Seit damals liegt daher auf dem Grundstück eine Bausperre. In Zeiten einer drohenden Klimakrise ist der Schutz dieser Bäume und Grünflächen wichtiger denn je.

Die Grünen Meidling begrüßen zwar ausdrücklich den Bau einer neuen, dritten AHS in Meidling. Wir sind aber der Meinung, dass und es eine Reihe von sinnvollen Alternativen gibt, bei denen es möglich ist, beides miteinander zu verbinden: den Erhalt der für das Mikroklima wichtigen Bäume und Grünflächen und den Bau einer neuen Schule. Die Zeiten, in denen leichtfertig neue Flächen versiegelt werden, ohne auf brachliegende, bereits versiegelte Flächen zurückzugreifen, müssen endlich vorbei sein.

Im Rahmen der nächsten Bezirksvertretungssitzung werden sich die Grünen Meidling für eine fraktionsübergreifende Willensbekundung der Bezirksvertretung Meidling einsetzen. Außerdem planen wir einen Antrag auf Unterschutzstellung des betroffenen Stadtwaldes.

Petition gestartet

Hinzu kommt die von Bürger*innen gestartete Petition „Initiative Erhaltung der Eisteichgründe - Stadtwald“.​Der Wiener Petitionsaustausch wurde 2013 von den Wiener Grünen durchgesetzt, um Bürger*innen die Möglichkeit zu geben, sich in politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Wir begrüssen das Ansinnen der Petitionseinbringer*innen, sich auf diese Weise für den Erhalt des Stadtwaldes und der Grünflächen einzusetzen.

Fragen & Antworten

Da es rund um die kolportierten Pläne des Bildungsministeriums sehr viel Verwirrung gibt, haben wir hier die wichtigsten Fragen und Antworten aufgelistet:

Ist schon entschieden, dass die AHS auf den Eisteichgründen gebaut wird?
Nein. Bisher gibt nur eine Ankündigung des Bildungsministeriums vom Frühjahr, diesen Standort in Erwägung zu ziehen. Über die Größe und Ausstattung der Schule ist noch nichts bekannt. Es gibt auch noch kein Ansuchen für eine Widmung! ​

Wozu braucht es ein Ansuchen für eine Widmung? Welche Rolle spielen Bund, Stadt Wien und Bezirk bei der Nutzung der Fläche „An den Eisteichen“?
Auf dem Grundstück zwischen Hoffingergasse und Hetzendorferstraße​ liegt seit 2005 eine Bausperre gemäß § 8 (1) der Wiener Bauordnung. Hier kommt die Stadt Wien ​ins Spiel: Flächenwidmungen sind ganz allein Ländersache (die Stadt gilt hier als Bundesland). Auch in diesem Fall, in dem der Bund Bauherr ist. Es gelten dieselben Regeln.​

Entscheiden über eine Bebauung wird der Gemeinderat. Da wir am 11. Oktober wählen, wird es in der Hand der neuen Stadtregierung liegen, hier eine Entscheidung zu treffen. Wir Grüne werden uns auf allen Ebenen für den Erhalt des Stadtwaldes „An den Eisteichen“ einsetzen!​

Also darf dort gebaut werden oder nicht?
Nein. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das ausgeschlossen. Solange es keine gültige Flächenwidmung gibt, darf dort niemand, egal was, bauen.​

Wem gehört das Areal eigentlich?
​Die Fläche besteht aus drei Grundstücken. Etwa zwei Drittel davon gehören der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft - eine Agentur des Bundes). Aber: Zwischen den beiden Teilen liegt ein großes Grundstück in privater Hand. Es müsste also vermutlich überhaupt erst eine Einigung mit den Eigentümer*innen gefunden werden, um sinnvoll planen zu können. 

Das gesamte Areal ist nicht öffentlich zugänglich und von einem Bauzaun umgeben.

© Stadt Wien

Und wo ist nun der Stadtwald, um den es geht?
Die Fläche heißt "An den Eisteichen" oder "Eisteichgründe" und wird von der Hoffingergasse im Norden und der Hetzendorferstraße im Süden begrenzt. Östlich davon, entlang der U6, heißt die Straße ebenso "An den Eisteichen". Die Fläche besteht aus mehreren Grundstücken.

​​Mehrer Teile dieser Grundstücke sind mit großen, alten Bäumen bewachsen. Im nördlichen Teil der Fläche befindet sich, wie der Grundbuchauszug ausweist, ein "Wald". Insgesamt werden dort 2.300 m2 als Wald ausgewiesen. Dieser Teil ist im Besitz der BIG. Ein Großteil der Fläche ist als Gärten, also Grünfläche kategorisiert.

© Stadt Wien
Im Grundbuchauszug gelb markiert: der Wald auf dem nördlichen Grundstück der BIG

Wer kann die Bäume und die Fläche unter Schutz stellen?
​Naturschutz (darum geht es hier) ist Sache der Magistratsabteilung 22 und der verantwortlichen SPÖ-Stadträtin, Ulli Sima.

Warum liegt eine Bausperre auf dem Gebiet?
Die Bausperre gibt es, da es seit 2005 keine gültige Flächenwidmung für das Gebiet gibt. Das liegt daran, dass sich der Bezirk damals fraktionsübergreifend gegen die vorgelegte Flächenwidmung - es sollten private Wohnbauten errichtet werden -  ausgesprochen hat und der Gemeinderat entsprechend darauf reagiert hat.

Und was geschah nach 2005?
​Es gab 2006 eine parlamentarische Anfrage​ und eine ​Petition​​​. Kurze Zeit später wurde vom Verbau der Fläche abgesehen. 

Braucht es wirklich noch eine Schule zwischen Meidling und Liesing?
Ganz klar ja! Meidling verfügt nur über die beiden AHS Erlgasse und Rosasgasse - nicht gerade ums Eck für Schüler*innen aus dem Süden von Meidling. Beide Schulen sind noch dazu stark ausgelastet. Meidling ist auch junger, stark wachsender Bezirk, daher besteht ganz klar der Bedarf. Auch Liesing würde von einer AHS in diesem Bereich profitieren.​​

Was heißt das jetzt aus Sicht der Grünen Meidling?
Wie eingangs erwähnt, sind wir der Meinung, dass und es eine Reihe von sinnvollen Alternativen zu diesem Standort gibt, bei denen es möglich ist, beides miteinander zu verbinden: den Erhalt der für das Mikroklima wichtigen Bäume und Grünflächen und den Bau einer neuen Schule. Die Zeiten, in denen leichtfertig neue Flächen versiegelt werden, ohne auf brachliegende, bereits versiegelte Flächen zurückzugreifen, müssen endlich vorbei sein!