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am 29. März

Die Meid­linger Be­zirks­ver­tre­tung sagt Ja zur privaten Unterbringung von geflüchteten Menschen

Elena Osenstetter - Die von der türkis-blauen Bundesregierung geplante verpflichtende Unterbringung von Geflüchteten in Massenquartieren ist die schlechtere Lösung.

Die türkis-blaue Bundesregierung plant, in Zukunft geflüchtete Menschen während ihres Asylverfahrens wieder gänzlich in sogenannten „Massenquartieren“ unterzubringen und damit die bewährte private Unterbringung zu verbieten. Die Grünen Meidling haben sich bei der ​Sitzung der Meidlinger Bezirksvertretung am 14.3.2018​​ mit Nachdruck gegen diese Pläne ausgesprochen und gemeinsam mit der SPÖ und den Neos eine Resolution der Bezirksvertretung in diesem Sinne verabschiedet.​

Offensichtlich ist, dass die private Unterbringung von geflüchteten Menschen den Staat und somit die Steuerzahler*innen wesentlich weniger kostet. Laut Fonds Soziales Wien liegen die Durchschnittskosten für einen privat untergebrachten Asylwerber bei rund 280 EUR / Monat. Im organisierten Quartier sind es hingegen rund 730 EUR / Monat.

Soziale und ökonomische Vorteile liegen auf der hand

Aber abgesehen von diesem offensichtlichen Kostenunterschied sind auch die entsprechenden Folgekosten zu berücksichtigen: Wenn wir Menschen die Chance geben, sich ab Tag 1 zu integrieren, Deutsch zu lernen, durch persönlichen Austausch und Kontakt mit unserer Kultur, unseren Werten und gesellschaftlichen Funktionsweise vertraut zu werden, dann hat das ganz konkrete finanzielle Auswirkungen: Sie finden nach der Anerkennung sehr viel schneller einen Job (und zahlen somit auch Steuern), müssen nicht so viele AMS-Kurse in Anspruch nehmen, fallen viel seltener in die Mindestsicherung. 


Umgekehrt: Wenn wir Menschen über Monate und Jahre von unserer Gesellschaft, unserer Kultur und Sprache gezielt fernhalten, werden wir mit enormen Folgekosten rechnen müssen: Lange Deutsch- und Integrationskurse, steigende Arbeitslosigkeit, viel mehr Menschen, die auf Mindestsicherung angewiesen sein werden. Außerdem werden wir mit zunehmender Obdachlosigkeit rechnen müssen, wenn die Menschen nach Anerkennung das Massenquartier verlassen müssen, aber aufgrund fehlender Integration keine Wohnung finden.

Und auch andere gesellschaftliche Folgekosten sind abzusehen: Wenn wir Menschen über Monate und Jahre isolieren, ihnen sämtliche Privatsphäre rauben, ihnen Integration verweigern, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn manche dieser Menschen in die Schattenwirtschaft und in illegale Geschäfte abdriften. Leider dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn diese Ablehnungshaltung, mit denen wir Menschen begegnen, zu Verzweiflung, und manchmal auch zu Wut oder Hass bei den Empfängern führen. 
Den Preis dafür werden wir alle, als Gesamtgesellschaft, zahlen müssen. 

Für die Grünen Meidling ist eindeutig, welches Modell finanz- wie gesellschaftspolitisch das richtige Modell ist: 
Für Integration ab Tag 1 und gegen Abschottung von Menschen in menschenunwürdigen „Quartieren“. 




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